Wie Sprachassistenten den Alltag in Pflegeheimen revolutionieren

Die Digitalisierung in der Pflege ist längst kein Zukunftsthema mehr, sie ist bereits Realität. Gerade im Bereich Active Assisted Living (AAL) entstehen aktuell innovative Lösungen, die den Alltag von Bewohnern und Pflegepersonal nachhaltig verändern.
Ein aktuelles Projekt, das wir gemeinsam mit Amazon und dem Softwarepartner DiscVision umsetzen, zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologie sinnvoll in Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden kann.

Sprachassistenten im Pflegeheim

Im Zentrum des Projekts steht ein Konzept, das vielen bereits aus dem privaten Umfeld bekannt ist: ein Alexa Sprachassistent.
Doch im Pflegeheim wird daraus ein komplettes Kommunikations- und Assistenzsystem.
Die Bewohner erhalten einen Amazon Echo Show mit Bildschirm, der speziell angepasst und eingeschränkt konfiguriert ist. Über eine intuitive Oberfläche und einfache Sprachbefehle können sie mit ihm interagieren.
Dabei geht es für die Bewohner nicht nur um Technik, sondern um Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität.

So funktioniert das System in der Praxis

Die technische Umsetzung erfolgt über eine speziell entwickelte Plattform. Die Geräte werden zentral verwaltet und individuell konfiguriert.
Bewohner sehen auf dem Bildschirm eine klar strukturierte Oberfläche mit Funktionen wie:

  • Essensplan anzeigen oder Essen bestellen (mit Nährwerten)
  • Tagespläne und Aktivitäten abrufen (Teilnehmen an Aktivitäten)
  • Kontakte (Rezeption, Pflege, Angehörige), die sie anrufen (mit Audio oder Video) oder anschreiben können
  • Videos und Übungen ansehen
  • Radiosender nutzen
  • Allgemeine Abfragen von Wetter, Uhrzeit oder Nachrichten

Das System kann dabei bewusst eingeschränkt oder je nach Bedarf erweitert werden.

Beispiel aus dem Alltag: Kommunikation per Sprachbefehl

Ein besonders wichtiger Anwendungsfall ist die Kommunikation mit den Angehörigen und den Pflegern.

Ein Bewohner kann zum Beispiel sagen:

  • „Alexa, ich brauche Hilfe beim Anziehen.“
  • „Alexa, ich brauche Hilfe beim Waschen.“
  • „Alexa, hilf mir beim Koffer packen.“

Im Hintergrund passiert dann Folgendes:

  • Die Anfrage wird vom System verarbeitet,
  • an den Alarmserver von Ascom weitergeleitet,
  • von dort an das zuständige Pflegepersonal gesende
  • und direkt auf das mobile Endgerät des zuständigen Pflegers übertragen.

So wird aus einem einfachen Sprachbefehl eine strukturierte, dokumentierte Alarmierung.

Verbindung von Bewohnern und Angehörigen

Ein weiterer großer Vorteil des Systems ist die Einbindung von Angehörigen.
Angehörige können sich die kostenlose Smartcare-App auf ihr Handy laden und gemeinsam mit dem Bewohner folgende Features nutzen:

  • Nachrichten senden
  • Bilder teilen
  • Audio- oder Videoanrufe starten
  • Besuchstermine vereinbaren

Diese Inhalte erscheinen direkt auf dem Bildschirm des Bewohners und werden auf Wunsch vorgelesen. Das schafft eine neue Form der Nähe, auch über die Distanz hinweg.

Informationssystem im Pflegeheim

Neben der direkten Kommunikation dient das System auch als zentrale Informationsplattform.
Pflegeeinrichtungen können gezielt Inhalte an die Bewohner ausspielen, zum Beispiel:

  • Veranstaltungen
  • Menüpläne
  • interne Informationen
  • Angebote und Aktivitäten

Diese werden automatisch auf den Geräten angezeigt. Für Bewohner entsteht dadurch ein digitaler Alltag, der strukturiert und übersichtlich ist.
Außerdem kann der Bewohner das System als digitalen Assistenten nutzen und ihm alle alltäglichen Fragen stellen. Dazu zählen einerseits Fragen, wie „Alexa, was gibt es heute zum Essen?“ oder „Alexa, welche Veranstaltungen stehen heute an?“. Aber auch allgemeine Fragen zum Wetter oder Interessensfragen, wie „Alexa, was weißt du über Goethe?“.

Mehr Effizienz im Pflegealltag

Neben dem Mehrwert für Bewohner bringt das System auch klare Vorteile für das Pflegepersonal.

Typische Verbesserungen:

  • weniger Laufwege
  • schnellere Reaktionszeiten
  • klare Zuordnung von Aufgaben
  • bessere Dokumentation

Anfragen werden zentral erfasst und gezielt an die richtigen Personen weitergeleitet. Gerade bei knappen Ressourcen ist das ein entscheidender Faktor.

AAL in der Praxis: Technologie, die wirklich hilft

Unser Projekt zeigt sehr gut, wie Active Assisted Living konkret umgesetzt werden kann. Technologie wird nicht um ihrer selbst willen eingesetzt, sondern löst echte Probleme der Bewohner und des Pflegepersonals:

  • Orientierung im Alltag
  • Kommunikation mit Pflege und Familie
  • Zugang zu Informationen
  • Unterstützung bei täglichen Abläufen

FAWO als Technologiepartner in der Pflege

FAWO übernimmt in diesem Projekt eine zentrale Rolle:

  • Bereitstellung der Geräte
  • Integration in bestehende Systeme
  • Support im laufenden Betrieb
  • Schnittstelle zwischen Hardware und Software

Gemeinsam mit starken Partnern, wie DiscVision entstehen so Lösungen, die praxistauglich, skalierbar und zukunftssicher sind.

Mehr Lebensqualität in Pflegeeinrichtungen durch intelligente Assistenten

Das Zusammenspiel aus Sprachassistent, Softwareplattform und Alarmierungssystem zeigt, welches Potenzial in der Digitalisierung der Pflege steckt:

  • Bewohner gewinnen an Selbstständigkeit
  • Pflegepersonal wird entlastet
  • Angehörige bleiben eingebunden

Und genau darin liegt der größte Mehrwert: Technologie wird zum echten Unterstützer im Alltag.